Können Mineralfutter die Darmflora unserer Pferde stören?
- Michelle

- 4. Aug. 2022
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 12 Stunden
Für viele Pferdehalter ist es undenkbar, dass ihr Pferd ohne die tägliche Gabe von synthetischen Mineralstoffen gesund bleiben kann. Doch diese Mineralfutter sind nicht ohne Folge für die Darmflora, die kleinen Mitbewohner im Darm unserer Pferde, die mit den Stoffen ganz direkt in Berührung kommen.
Es wird suggeriert, dass dem Pferd lebensnotwendige Mengen-, Spurenelemente und Vitamine in der natürlichen Nahrung fehlen und zwingend synthetisch ergänzt werden müssen.
Wo in vielen Fällen synthetische Supplemente ihre Berechtigung haben, werden genau so oft gedankenlos und permanent hochkonzentrierte Rund-Um-Sorglos-Mischungen dem Pferd zugefüttert.
Doch was passiert, wenn Mineralstoffe im Überschuss vorhanden sind? Vom Darm resorbierte Mineralien, die im Körper nicht benötigt werden und die Entgiftung belasten können, sind ein anderes Thema - hier soll es um die Stoffe gehen, die im Darm verbleiben und ausgeschieden werden.
Werden Mineralien nicht im Dünndarm aufgenommen, erreichen sie den Dickdarm und den Blinddarm – die zwei Hauptlebensräumen der Darmmikroben im Pferd.
Dort üben einen Selektionsdruck auf die vorhandenen Bakterien aus, tolerantere oder resistente Organismen haben einen Vorteil. Im Menschen wurde z.B. gezeigt, dass eine orale Eisen-Supplementierung einen negativen Effekt auf das Darmmikrobiom hat. Auch eine künstliche Selen, Zink und Kupfer Ergänzung wurde mit einer Veränderung der Bakterien-Zusammensetzung assoziiert.
Wie genau sich die Mineralien auf die Bakterien auswirken, hängt von mehreren Faktoren ab:
💊 Die Konzentration: natürlich sind Pferde und auch ihre Mikroben auf lebenswichtigen Minerale und Vitamine angewiesen – doch sie sind darauf ausgelegt, geringe Mengen über den ganzen Tag verteilt aufzunehmen.
💊 Die Art des Minerals und des Moleküls: bestimmte Elemente sind toxischer für Bakterien als andere. Doch auch die Form (anorganisch z.B. als Salz oder organisch z.B. als Chelat) hat einen Einfluss.
💊 Die Dauer der Gabe: es macht einen Unterschied, ob das Darmmikrobiom einer dauerhaften, immer wieder kehrenden hohen Konzentration an Mineralien ausgesetzt ist, oder ob es zwischen Kuren die Chance zur Erholung bekommt
Über mich:

Ich bin Michelle und lebe mit meinen beiden Pferden Fjörnir und Vindur in der schönen Bielefelder Senne und habe das Glück mit Equiflora meine beiden großen Leidenschaften Pferde und die (Mikro)biologie verbinden zu können. Ich bin mit Pferden aufgewachsen und beschäftige mich als Biotechnologin und Molekularbiologin seit über sieben Jahren als Wissenschaftlerin in der industriellen Forschung mit dem Mikrobiom von Tieren und Menschen. Meine Begeisterung für Pferde und Mikroorganismen hat mich zur Pferdeernährung geführt.
Mit meiner Firma Natural Equibalance entwickele ich meine eigenen mikrobiomfreundlichen Futtermittel.



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